U23: Ligaerhalt, Dankbarkeit und Afterparty
- marcostutz7
- 9. Juni
- 4 Min. Lesezeit
FC Pfyn U23 : FC Flawil 2a – 1:1
«An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit» dröhnt es nach dem letzten Saisonspiel auf der Oberen Wiide aus den Lautsprechern. Doch es war nicht einfach die letzte Partie dieser Spielzeit, es war ein Finalspiel in doppelter Hinsicht: Einerseits ging es für die U23 weiterhin darum, den Ligaerhalt zu sichern, andererseits war es die Dernière der langjährigen Trainer Michael Nyffenegger und Jürg Boltshauser. Viele Spieler des Teams hatten die beiden über lange Zeit (bis zu 12 Jahren) als Trainer begleitet, wobei Michael teilweise parallel dazu den Verein über ein Jahrzehnt als Präsident geprägt hat. Angesichts dessen freute es uns sehr, dass so viele Leute den Weg auf die Obere Wiide gefunden hatten, um bei diesem speziellen Spiel und dem Geschehen danach dabei zu sein und die beiden entsprechend zu würdigen.

Die frühe Führung
Das Team wollte seine beiden Coaches natürlich mit einem Heimsieg verabschieden, damit am heutigen Gegner aus Flawil vorbeiziehen und somit zugleich den Ligaerhalt aus eigener Kraft klarmachen. Der Start der Partie verlief ziemlich ausgeglichen, wobei der erste Torschuss jedoch den Gästen gehörte. In der sechsten Spielminute wurde der Flawiler Stürmer in die Tiefe geschickt, im letzten Moment aber noch durch vereinte Pfyner Defensivkräfte gestört und endgültig durch Torhüter Crispin gestoppt. Rund drei Minuten später baute Pfyn über die rechte Abwehrseite auf, wo Josias Stäheli eine präzise Flanke auf Ramon Frieden schlug. Dieser pflückte das Leder mit dem linken Fuss aus der Luft und katapultierte es mit dem rechten zur Führung in die Maschen. Ekstase auf dem Sportplatz!
Unentschieden zum Pausentee
Pfyn, euphorisiert vom frühen Treffer und angetrieben durch die vielen Zuschauenden, drückte gleich weiter und kam nur zwei Minuten später zu einer hervorragenden Chance. Nach einem abgeblockten Schussversuch schlug Fabio Pfister eine Flanke mit viel Gefühl in die Strafraummitte, wo Levent Ayyildiz plötzlich ganz allein vor dem Torhüter auftauchte. Sein Kopfball verfehlte das Tor nur um wenige Zentimeter.
Danach wurden die Möglichkeiten etwas seltener. Nach etwas mehr als einer halben Stunde hatte ein Flawiler Mittelfeldspieler etwas gar viel Zeit, um seinen Stürmerkollegen mit einem perfekten weiten Ball zu lancieren. Dieser konnte die Kugel im Sprint mustergültig vorlegen und eiskalt zum Unentschieden im Kasten unterbringen.
Dieser Treffer gab den Gästen ziemlich Aufwind, woraufhin sie zu weiteren guten Chancen kamen, die glücklicherweise nicht verwertet werden konnten. Kurz vor der Pause rehabilitierte sich Pfyn wieder etwas. Sandro Tagliavini zog aus rund 20 Metern ab. Sein Schuss verfehlte das Tor nur knapp, weshalb man mit dem 1:1 in die Pause ging.
Klares Pfyner Chancenplus in der zweiten Halbzeit
Nach dem Pausentee kristallisierte sich immer mehr heraus, dass primär Pfyn noch Interesse an einem weiteren Tor hatte. Die Flawiler fokussierten sich hauptsächlich auf die Defensivarbeit, wurden aber dennoch mehrmals vor grosse Probleme gestellt. In der 50. Minute steckte Flurin Mosimann auf Fabio Hauert durch, dessen Lupfer aber über das Tor segelte. Insbesondere in der 61. Minute schrammte das Heimteam dann nur hauchdünn am Führungstreffer vorbei. Ein abgefälschter Schuss von Fabio Hauert landete am Knie von Merhan Dauti und war deshalb nicht einfach zu kontrollieren, spickte so etwas zu weit vor und konnte vom gegnerischen Keeper in höchster Not noch abgewehrt werden. Nur drei Minuten später lancierte Merhan den heransprintenden Armon Plouda über die rechte Seite. Armon liess einen Gegner stehen, bevor sein Schuss in allerletzter Sekunde noch von einem Verteidiger ins Aus gegrätscht wurde. Ein ähnliches Bild ergab sich schlussendlich auch noch in der 78. Spielminute als Ramon Frieden auf den Flawiler Kasten losstürmte, aber auch hier wiederum entscheidend von einem Verteidiger am Abschluss gehindert wurde.
Klassenerhalt erreicht
Pfyn versuchte in dieser starken zweiten Halbzeit wirklich alles, um die drei Punkte zu sichern, war aber unglücklich im Abschluss und musste sich so mit dem Unentschieden zufriedengeben. Somit schloss man die erste Saison in der vierten Liga mit 13 Punkten zwar auf dem zweitletzten Rang ab, da jedoch vier von sieben Zweitletzten aus den anderen Gruppen schlechter abschnitten, konnte Pfyn die Klasse halten und wird auch nächste Saison in der 4. Liga starten dürfen! Als Michael Nyffenegger der Mannschaft seinen Rücktritt bekanntgab, sagte er sichtlich bewegt: «Eins ist mir noch wichtig. Wir steigen nicht ab!» Umso schöner, dass ihm die Mannschaft diesen Wunsch erfüllen konnte.
Grosses Dankeschön und ein fast unendlicher Tag
Mit dieser Gewissheit konnte man sich nach dem Schlusspfiff vollends den beiden Protagonisten des heutigen Tages widmen, die in den letzten Jahrzehnten dem Verein ihren Stempel aufgedrückt hatten. Unter tosendem Applaus der Zuschauer, Spieler, Gegenspieler und sonstigen Weggefährten schritten Michael und Jürg in Richtung Tribüne, im Rücken ihre Mannschaft mit den Worten «Danke Nyff & Jürg». Nach emotionalen Abschiedsworten von Michael sowie von Captain Luca Carniel und Präsident Remo Wettach, überreichte die Mannschaft ihren langjährigen Coaches ihre Geschenke, bevor Speaker Christian Fäh durch Tina Turners «The Best» die Afterparty eröffnete, zu der später auch noch fast die gesamte erste Mannschaft stiess. Zusammen feierte man an diesem wunderschönen Sommerabend bis tief in die Morgenstunden rein.
Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen, die bei der Organisation mitgewirkt, mit uns gefeiert oder aber uns auch während der Saison tatkräftig unterstützt haben. Ebenso bedanken wir uns bei Torwartmaschine Crispin Jimenez, der uns auch in dieser Spielzeit unzählige Male gerettet hatte und fortan den Kasten der ersten Mannschaft hüten wird. Unser grösster Dank gebührt noch einmal Michael und Jürg, die diese Mannschaft zu dem gemacht haben, was sie ist und auch die Charaktere der Menschen dahinter massgeblich geprägt haben. Danke für alles!❤️
An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit. Unendlich war auch dieser Tag (und die darauffolgende Nacht) nicht, bleiben werden die Erinnerungen und die damit verbundenen Gefühle – dieses tiefe Gefühl der Dankbarkeit – dennoch für immer. #PfynerLegenden














Kommentare