Senioren: Torfestival in Sulgen
- Jan Keller
- vor 3 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Senioren 30+, FC KS-Sulgen-Berg Grp. - FC Pfyn, 1:8 (0:3)
Ein knappes Weiterkommen in der ersten Cup-Runde, gefolgt von zwei Niederlagen zum Saisonstart – steht da der Trainer bereits auf der Abschussliste? Sicherlich nicht bei den Pfyner Senioren! Mit taktischer Finesse gelang Coach Stalder beim deutlichen Auswärtssieg dennoch ein kleiner Befreiungsschlag. Mit Beerli, Ott und D. Wettach fehlte gleich eine komplette Mittelfeldbesetzung. Dafür feierte Negro, eigentlich gelernter Verteidiger, sein Startelf-Debüt. Nandi, bislang als Stürmer eingesetzt, rückte dafür eine Position nach hinten. Gespielt wurde auf dem Nebenplatz, dessen Zustand deutlich zu wünschen übrig liess. Vor einigen Jahren waren dafür noch Wildschweine verantwortlich. 2026 hatte offenbar die Sommerhitze einen ganz ähnlichen Effekt.
Die Pfyner liessen von Beginn an wenig Zweifel aufkommen, wer an diesem Abend die Richtung vorgeben sollte. Bereits nach vier Minuten landete ein Eckball beim ersten Pfosten, wurde dort weggeköpft und fiel Müller direkt vor die Füsse. Dieser fackelte nicht lange und traf mit einem satten Schuss zum 0:1. In der 14. Minute kombinierten sich die Pfyner über die rechte Seite nach vorne. Der Ball gelangte schliesslich zu Negro, der sich mit viel Wucht durch die gegnerischen Reihen tanzte und zum 0:2 einschoss. Die Nomination von Negro hatte sich bereits ausgezahlt: Ein Start nach Mass – und gleichzeitig der Auftakt zu einem torreichen Abend. Das Heimteam versuchte zwar, sich gegen das drohende Unheil zu stemmen, doch die Pfyner Senioren hatten die Angelegenheit weitgehend im Griff. Die brenzligste Situation für die Pfyner entstand, nachdem Vidale einen Ball in die Tiefe abgelaufen hatte und den Ball lässig in den Strafraum ziehen wollte. Der schwierig zu bespielende Untergrund hatte da aber etwas dagegen. In extremis konnte Vidale den Ball dann aber doch noch klären. Die Pfyner spielten weiter mit Druck nach vorne. In der 28. Minute eroberte Fäh im Pressing den Ball, fand ganz viel Raum vor sich und versenkte den Ball mit einem satten Schuss zum 0:3. Kurz darauf hätte sich Fäh gar noch zum Doppeltorschützen krönen können, sein Ball ging aber knapp drüber. Mit einem komfortablen Dreitorevorsprung ging es zum Pausentee.
Ausser dem Umstand, dass die Pfyner nun auf das andere Tor stürmten, änderte sich mit Seitenwechsel wenig am Spielgeschehen. Rollo's Abschluss in der 42 Minute konnte der Torhüter noch parieren. Gegen den nächsten Angriff war er aber machtlos: Conte, zur Pause eingewechselt, zog auf der rechten Seite los, legte mit einem gefühlvollen Querpass für Rollo zum 0:4 auf (44.). Was einmal funktioniert, darf bekanntlich wiederholt werden. In der 50. Minute wurde deshalb kurzerhand die Szene von eben nochmals aufgeführt: Conte auf rechts, Querpass zu Rollo – 0:5. Kein überraschender Twist im Drehbuch und so entwickelte sich der Abend für das Heimteam langsam zu einem Albtraum. Nur zwei Minuten später war Negro auf der linken Seite nicht mehr zu halten. Er tankte sich durch, legte quer und Conte vollendete zum 0:6. In der 61. Minute durfte dann auch Vidale erstmals ernsthaft eingreifen. Tatsächlich hatte sich ein Stürmer des Heimteams erdreistet, allein aufs Tor zu ziehen. Vidale war aber zur Stelle und klärte zur Ecke. Diese brachte anschliessend einiges an Durcheinander im Pfyner Strafraum – und tatsächlich den 1:6-Anschlusstreffer. Ein kurzer Moment der Unordnung, mehr aber auch nicht. Die Pfyner hatten nämlich noch nicht genug: In der 66. Minute setzte sich Michel auf der rechten Seite durch und schloss souverän zum 1:7 ab. Den Schlusspunkt setzte in der 75. Minute Conte, der von Nandi steil lanciert wurde und für den 1:8 Schlusspunkt sorgte.
Endlich konnten sich die Pfyner Senioren für ihre Mühen und gute Leistung ordentlich belohnen. Ein kleiner Befreiungsschlag nach zwei Niederlagen in Folge. Für die verletzten Spieler wird die Luft für ein Comeback zunehmend dünner. Ob sich Trainer Stalder auf grössere Umstellungen für das anstehende Cupspiel am 16. September in Kreuzlingen einlassen wird? Man darf gespannt sein…
Und natürlich darf in der Tradition der letzten Spiele auch an diesem Abend ein Hinweis auf die Torumrandung nicht fehlen. Rollo setzte nach einem Angriff über die linke Seite den Ball an den rechten Torpfosten. Glück für ihn, dass die Szene ohnehin wegen einer Abseitsposition abgepfiffen worden war. Gantenbein hätte in den Schlussminuten sogar noch für ein neuntes Pfyner Tor sorgen können. Seine Flanke sprang allerdings von der Lattenoberkante ins Toraus.
08.09.2026 / Roman Gerber




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