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U23: Ungenutzte Chancen und Stockfehler

  • marcostutz7
  • vor 8 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

FC Frauenfeld 2b : FC Pfyn U23 – 5:2


Auch nach dem Kantersieg gegen den FC Kirchberg befindet sich Pfyn noch in einer verzwickten Lage. Weil Tabellennachbar Flawil am Samstag gegen Niederwil einen Sieg holen konnte, befinden sich die Pfyner wieder auf dem zweitletzten Tabellenplatz. Da voraussichtlich auch die drei schlechtesten Zweitletzten der 4. Liga absteigen können, müssten dringend nochmals drei Punkte her, um dem Abstieg endgültig zu entkommen. Die erste Chance hierfür bot sich dem Team am Sonntagmorgen im Derby gegen den FC Frauenfeld 2b.


Eiskaltes Frauenfeld bestraft Pfyner Zögerlichkeit

Pfyn startet gut in die Partie und kommt gerade über den linken Flügel immer wieder zu guten Chancen. Nach einer grenzwertigen Intervention an Levent Ayyildiz, die auch gerne in einem Penalty hätte münden können, hatte Ramon Frieden in der 8. Minute die Führung auf dem Fuss. Sein Schuss wird aber vom Frauenfelder Keeper pariert. Danach erschien Frauenfeld vermehrt vor dem Pfyner Strafraum. In der 12. Minute verlor Pfyn im Spielaufbau den Ball und sah sich in der Folge mit einer Frauenfelder Überzahlsituation konfrontiert. Weil das Pfyner Mittelfeld aber schnell zurücksprintete, schien die Situation bereits geklärt, als sich der gegnerische Stürmer mit dem Rücken zum Tor gleich von fünf Pfynern umringt sah. Zur Überraschung aller Beteiligten entschied er sich trotzdem für das Dribbling und liess dabei alle Gegenspieler stehen, um eiskalt zur Führung einzuschieben. Nur wenige Minuten später war die Defensivarbeit von Pfyn noch einmal zu zögerlich. An der Strafraumkante liess man einen freistehenden Frauenfelder zum Abschluss kommen, welcher den Ball mit Links in den Winkel beförderte. Kalte Dusche für Pfyn, maximale Effizienz von Frauenfeld.

Nachdem Crispin seine Farben vor einem weiteren Gegentor bewahrte, setzte sich Fabio Pfister stark gegen seinen Gegenspieler durch, sah den einlaufenden Armon Plouda und setzte diesen via Zuckerpass in Szene. Nach einem perfekten ersten Ballkontakt umlief letzterer den Goalie und netzte zum Anschlusstreffer ein. Tolle Aktion der Pfyner!


Abseitstor und Pausenrückstand

Obschon Pfyn die Räume hinter der gegnerischen Abwehr immer wieder mal durchbrechen konnte, kam in dieser Phase kein weiterer Treffer zustande. Stattdessen segelte eine Kopfballverlängerung eines Frauenfelders über die Abwehr in die Füsse eines Frauenfelders, der ziemlich klar im Abseits stand, dennoch das 3:1 erzielte. Der erhoffte Abseitspfiff des Schiedsrichters blieb leider aus.

Direkt nach dem Anstoss fand ein weiter Ball einmal mehr den Weg in die Füsse Armons, welcher seinen Gegenspieler hinter sich liess und in den Strafraum eindringen konnte. Leider entschied er sich aus spitzem Winkel für den Direktversuch, welcher aber im Aussennetz landete. Nach zwei weiteren erfolglosen, aber gut herausgespielten Abschlüssen durch Levent und Ramon kam – wie so oft an diesem Tag – die Bestrafung für ungenutzte Chancen. In der 44. Minute mangelte es im Spielaufbau einmal mehr an Kommunikation, wobei sich der Frauenfelder Captain den Ball schnappte und sofort auf den Stürmer abspielte, der sich ein weiteres Tor gutschreiben konnte.

Kurz vor der Pause hatte Frauenfeld Glück, weiterhin zu elft auf dem Platz stehen zu dürfen. Nach einer guten Abwehraktion von Josias Stäheli haute ihm der Frauenfelder Stürmer rücksichtslos und ohne Chance auf den Ball in die Waden. Ein Kommentar seines Teamkollegen «Hör uf mit so Scheiss!» hätte deutlicher nicht ausfallen können, dennoch kam der Spieler mit der gelben Karte davon und Pfyn musste mit einem 4:1-Rückstand in die Pause.


Ein weiteres Tor und etliche Chancen zum Spielende

In der zweiten Halbzeit schaltete Frauenfeld einen Gang zurück und war primär noch durch Weitschüsse gefährlich. Dennoch stand das Heimteam weiterhin hoch und liess die Räume hinter der Abwehr offen für Pässe in die Tiefe. Genau einen solchen Steckpass spielte Merhan Dauti in der 54. Minute auf Ramon Frieden, der sich im Laufduell gegen seinen Gegenspieler durchsetzen und zum 4:2 einschieben konnte. Nur zwei Minuten später erreichte Crispins Abkick den eingewechselten Anastasio Conte, der im letzten Moment noch von einem Verteidiger entscheidend gestört wurde. Während die Schwäche der Frauenfelder klar in der Organisation der Abwehrkette lag, waren es auf Pfyner Seite die vielen Fehlzuspiele im Aufbau, die immer wieder zu gefährlichen Torschüssen führten, welche aber in höchster Not abwehren konnten.

In der 89. Minute wurde es nochmals spannend als ein Querpass von Florin Eicher bei Joris Sannemann landete, der plötzlich ganz alleine vor dem Torhüter stand. Selbst Joris schien von diesen unerwarteten Freiheiten überrascht zu sein und verstolperte den Ball. Direkte Konsequenz dieser Aktion war ein Eckball, der um ein Haar von einem Frauenfelder ins eigene Tor befördert wurde. Somit kam es zu einem weiteren Eckball, der auf den eingewechselten Majid Nazari geschlagen wurde, welcher beinahe mit seiner ersten Aktion ein Tor gemacht hätte. Leider blieb der Anschlusstreffer aber trotz all dieser Hochkaräter aus. Nur wenige Sekunden später missriet ein Rückpass auf den Frauenfelder Torwart, der daraufhin Anastasio am Fuss traf. Eine weitere strittige Szene, die auch schon in einem Penalty gemündet hat. Doch wieder blieb der Pfiff aus. Stattdessen konterten die Frauenfelder mit der letzten Aktion des Spiels und hauten das Leder ansatzlos zum 5:2 unter die Latte.


Fazit und Entscheidungsspiel

Trotz einiger strittigen Entscheidungen muss Pfyn sich an der eigenen Nase packen. Die Chancen waren da, wurden aber zu wenig effizient genutzt, während umgekehrt zu zögerlich verteidigt wurde und sich immer wieder Fehler in das Aufbauspiel einschlichen, welche Frauenfeld eiskalt ausnutzte.

Nun kommt es am nächsten Samstag auf der Oberen Wiide einmal mehr zu einem Finalspiel gegen den direkten Tabellennachbarn aus Flawil. Wenn Pfyn gewinnt, ist der Verbleib in der 4. Liga sicher. Sollte man verlieren oder Unentschieden spielen, bleiben die Resultate aus den anderen Gruppen abzuwarten, um eine definitive Aussage über die zukünftige Saison zu treffen.

Zugleich wird es auch das letzte Spiel der langjährigen Trainer Michael Nyffenegger und Jürg Boltshauser sein. Nach dem unermüdlichen Einsatz der beiden wünschen wir uns alle einen Sieg als krönenden Abschluss und hoffen, den Sportplatz so voll zu sehen wie er lange nicht mehr war. Kommt alle vorbei, um die Mannschaft zu unterstützen und Michael und Jürg gebührend für ihr unvergleichliches Engagement zu danken. #PfynerLegenden

 
 
 

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