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  • marcostutz7

Ba-Junioren: Per Achterbahn zur Euphorie

Aktualisiert: 29. Okt.




Am vergangenen Dienstag konnten die Ba-Junioren Calcio Kreuzlingen zwar bezwingen, viel passte aber bei dem Arbeitssieg über weite Strecken nicht zusammen. Daher waren die Gefühle vor dem Spiel gegen das vermeintlich stärkste Team dieser Gruppe, den bisher ungeschlagenen FC Niederwil, gemischt. Einerseits hatte man gegen die ebenfalls um den Aufstieg spielenden Kontrahenten aus Bronschhofen und Wängi gute bis sehr gute Spiele absolviert, andererseits blieb man bei beiden Partien punktelos. Dennoch gab man die Hoffnung noch lange nicht auf, sondern setzte alles daran, dem Tabellenersten ein Bein zu stellen und die Punkte in Pfyn zu lassen.


Fussball aus dem Lehrbuch


In den ersten paar Minuten mussten sich die Pfyner etwas akklimatisieren, startete Niederwil doch ziemlich energisch in das Duell und liess das Heimteam hauptsächlich in seiner eigenen Platzhälfte walten. Mit dem ersten Angriff von Pfyn verflogen die Startschwierigkeiten jedoch und das Spiel näherte sich zunehmend dem Gästestrafraum an. Sukzessive tasteten sich unsere Junioren immer näher ans Tor heran. Vorstösse von Marvin Aeschbacher und Joel Frieden konnten in letzter Sekunde entschärft werden. In der 20. Minute war es dann aber soweit. Eine wunderschöne Kombination wurde von Nevio Tischhauser souverän zum 1:0 vollendet. Im selben Stil ging es danach weiter. Die Gäste fanden keinen Zugang zur Partie, wurden früh zu Fehlern gezwungen, konsequent angegangen und mit vereinten Kräften in Schach gehalten. Pfyn spielte den gewohnt ballsicheren Fussball, setzte auf einfaches Kurzpassspiel und überzeugte durch intensive Laufbereitschaft. Nachdem ein Freistoss von Samir Dauti an den Pfosten knallte, spielte man sich in der 41. Minute bis in den Strafraum des Gegners vor. Der erste Abschluss wurde zwar geblockt, von Marvin Aeschbacher aber umgehend wieder zurückerobert. Dieser liess sich nicht zweimal bitten und knallte das Leder in die Maschen. 2:0 für Pfyn.


Ein Eckstoss vor der Pause

Obschon Niederwil aus dem Spiel heraus keine Chance zu verzeichnen hatte, sollte dies noch nicht das Pausenresultat sein. In der 43. Minute gab es nämlich einen Eckball für die St. Galler. Für jene, die die letzten Matchberichte nicht gelesen haben: Eckbälle = Nervenkitzel. Tatsächlich kam auch dieser Ball gefährlich, passierte problemlos den ersten Pfosten und landete irgendwie im Tor. Schon wieder hatte Pfyn also einen Standard kassiert, zum siebten Mal in dieser Spielzeit (von bis zu diesem Zeitpunkt 12 Gegentreffern). So ging es mit einer 2:1-Führung in der Pause. Angesichts der Erlebnisse gegen Bronschhofen war dies aber vielleicht gar nicht so schlecht, sind es doch meist die Zweitoreführungen, die zur Passivität verleiten lassen.


Schlagabtausch nach dem Pausentee

In der zweiten Hälfte agierten die Niederwiler etwas entschlossener. Zwar konnten sie sich auch weiterhin keine zwingenden Chancen erspielen, doch via schnellen Antritt durch die Mitte Raum gewinnen und zu Abschlüssen aus Strafraumnähe kommen. Diese wurden aber entweder von der Pfyner Defensivlinie vereitelt oder landeten über dem Kasten. Auf der anderen Seite kam Pfyn zu einer phänomenalen Möglichkeit. Über rechts spielte man sich herrlich durch, hämmerte den Abschluss aber dann über den Querbalken. Zudem kam es immer wieder zu Eckbällen, die zwar gut getreten waren, aber nicht in ein Tor umgemünzt werden konnten.


Gegentor und gelbe Karte


In der 57. Minute gelang es Pfyn nicht, den gegnerischen Angriff vollends zu klären, wodurch der Ball an der Strafraumecke der Grundlinie landete. Via "Briefkasten" schaufelte der gegnerische Spieler das Spielgerät auf den zweiten Pfosten, von wo jenes tatsächlich im Tor versenkt wurde. Das war eine bittere Pille, hatte man zuvor doch gleich mehrere Eckbälle via Faust von Dario Egger bzw. Kopf von Yves Hauert aus der Gefahrenzone befördert. Somit hiess es also 2:2, und es kam noch dicker. Der Captain der Gäste zündete in der Platzmitte den Turbo und konnte nur durch ein taktisches Foul aufgehalten werden. Dieses hatte eine gelbe Karte zur Folge. Pfyn war also zwischen der 65. und 75. Minute dezimiert und plötzlich wirkte der Sieg weit weg.


Zauberschuss ins Glück


Den Pfynern war dies aber - so schien es zumindest - herzlich egal. Sie kompensierten die Unterzahl durch Kampf und noch mehr Laufbereitschaft. In der 72. Minute wurde der auf dem linken Flügel eingesetzte Malik Scheidegger lanciert. Nach einer herrlichen Ballannahme hielt dieser aus rund 18 Metern einfach mal drauf - und dann hat's Boom gemacht! Auf fast schon unerklärliche Weise zauberte die Nummer 9 das Leder mit dem schwachen Fuss in den Winkel und brachte seinen Farben die erneute Führung, welche danach ungefährdet über die Zeit gebracht werden konnte.

So war es also vollbracht. Endlich wurde Pfyn für den enormen Aufwand der letzten Spitzenspiele belohnt. Die Freude war riesig! Eine bemerkenswerte Teamleistung in Kombination mit schnellem Fussball konnte den Lauf des bisher überlegenen Kontrahenten stoppen. Dies war sicherlich ein gutes Geburtstagsgeschenk für Afan Osmani und Joel Frieden, die mit diesem Sieg den Einstieg in ihr 17. Lebensjahr feiern durften.


Nach den Schulferien geht es am 22.10. um 15.00 Uhr weiter. Zuhause trifft Pfyn auf Tabellennachbar Münsterlingen.


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