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Ba-Junioren: Dominanz, Spektakel, Aluminium und Entsetzen

Aktualisiert: 18. Sept.

Das hier ist der Versuch, ein Spiel in Worte zu fassen, das eigentlich gar nicht in Worte gefasst werden kann. Nach den Kantersiegen gegen Kreuzlingen, Sirnach und Wil trafen die Ba-Junioren auf den Tabellenzweiten aus Wängi. Bereits vor dem Spiel zogen dunkle Wolken über der Grosswies auf, welche an diesem Tag ganz klar dem FC Pfyn gewidmet waren.


Ein Bild, das den Grossteil der Partie repräsentiert: Wängi in der eigenen Platzhälfte.


Zwei weitere "Sch****-Tore"


Den Ba-Junioren war bewusst, dass diese Partie zu einer riesigen Herausforderung werden würde. Dennoch hätte man nie und nimmer mit einem solchen Spielverlauf gerechnet. Nach ungefähr 10 Minuten führte ein misslungener Torabschlag mit darauffolgendem Fehlpass zu einer guten Abschlusschance, die der Wängi-Stürmer eiskalt ausnützte, völlig entgegen dem Spielverlauf. Überrascht von der eigenen Dominanz war es nämlich Pfyn, das das Spiel gestaltete. Mit herrlichen Ballstafetten auf engstem Raum, genialen Pässen in die Tiefe und unermüdlicher Laufbereitschaft erarbeitete man sich allein in der ersten Halbzeit 4-5 nennenswerte Chancen. Sowohl Marvin Aeschbacher, als auch Luca Kressibucher konnten aber nicht reüssieren. Nach einem der seltenen Angriffe des FC Wängi kam es dann zu einem Eckball, welchen das Heimteam direkt auf den Kasten von Dario Egger zirkelte. Dieser konnte das Geschoss nicht aus dem Strafraum bugsieren, stattdessen landete der Ball vor den Füssen eines Wängi-Spielers, welcher aus wenigen Zentimetern einnetzen konnte. Ein Stich ins Pfyner Herz. Dennoch dachte man nicht im Geringsten daran, deswegen den Kopf hängen zu lassen. Im Gegenteil: Das Team wollte sich für diese beiden – einmal mehr unnötigen – Gegentore rächen. Man dominierte weiterhin, warf alles in die Waagschale, marschierte und kämpfte und wurde in der 44. Minute tatsächlich belohnt. Luca Kressibucher setzte sich auf der linken Seite durch und brachte den Ball ins Zentrum. Nachdem Baldo Puzzo verpasste, stand Tiago Ribeiro goldrichtig und konnte die Kugel über die Linie schieben. Dieses Tor vor der Pause gab Pfyn neue Hoffnung.


Der Fluch hält an


Nach dem Pausentee drückte das Team von Gérôme Leupin weiter auf das Gaspedal. Angewiesen, den Abschluss teilweise etwas schneller zu suchen, war es vor allem Joel Frieden, der sich dies zu Herzen nahm. Zu einer ersten hochkarätigen Chance kam man aber durch einen intelligenten Pass von Fabio Pfister, der Tiago Ribeiro optimal lancierte. Aus rund 12 Metern und relativ gutem Winkel streifte dessen Schuss den Querbalken. Was ein Pech für Pfyn, hätten die Mühen doch schon lange durch ein weiteres Tor belohnt werden müssen. Stattdessen ging es in die andere Richtung. Der Vorstoss von Wängi – gefühlt der erste in dieser Halbzeit – konnte zwar früh geklärt werden, jedoch kam es dadurch zu einem weiteren Eckball. Als hätte man nach Standardsituation diese Saison nicht schon genug gestrauchelt, geschah es einmal mehr: Ein Tor nach inkonsequentem Abwehrverhalten. Es grenzt an Schadenzauber, fassungslos lag man tatsächlich mit 3:1 hinten. Noch war jedoch genug Zeit, um den Rückstand aufzuholen. Der zuvor angesprochene Joel Frieden setzte nun vermehrt zu Schüssen aus der zweiten Reihe an, aber auch er blieb erfolglos. Gar zwei seiner Geschosse schepperten ans Aluminium! Es war zum Verzweifeln. Der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Dennoch kämpfte die Pfyner Mannschaft wacker weiter. Der eingewechselte Malik Scheidegger zeigte in der 90. Minute seine ganze Klasse und steckte auf engstem Raum zu Marvin Aeschbacher durch, welcher tatsächlich den hochverdienten Anschlusstreffer erzielen konnte. Leider kam dieser zu spät.


Fazit und Lerneffekt


Einmal mehr waren es also Standardsituationen und Eigenfehler, die Pfyn zum Verhängnis wurden. Es fühlte sich an wie ein Fluch, der auf dieser Mannschaft lastete. Ansonsten war man spielerisch in allen Belangen überlegen, ja gar von der Passivität des neuen Tabellenersten überrascht. Während das zentrale Mittelfeld um Ankerpunkt Samir Dauti die gegnerischen Akteure komplett abmeldete, hielten die Pfyner Flügel und Aussenverteidiger die schnellen Aussenläufer in Schach. Zusammen mit der abgeklärten Leistung des Innenverteidigerduos Pfister/Depeder konnte sich Wängi aus dem Spiel raus auch in der zweiten Halbzeit keine einzige nennenswerte Chance erspielen. Letztendlich gewinnt im Fussball aber eben immer noch jenes Team, das mehr Tore verbuchen kann. Auf welche Weise diese entstehen, ist dabei nicht von Interesse, für die niedergeschlagenen Pfyner aber ein heftiger Grund, sich zu ärgern.

Jedoch bringt dieser Ärger längerfristig auch nichts. Die Niederlage lässt sich nicht rückgängig machen. Stattdessen gilt es, sie zu nutzen und aus ihr zu lernen. Ex-Basketballtrainer Morgan Wootten sagte einst: "You learn more from losing than winning. You learn how to keep going." Das Leben geht weiter, das Fussballspielen geht weiter, die gemeinsamen Erlebnisse als Team gehen weiter. Zu ihnen werden sich nebst Erfolgen, immer wieder auch Misserfolge gesellen. Das ist Teil des Sports und hindert uns ganz bestimmt nicht daran, diesen Sport weiterhin zu lieben. Wir gaben heute nicht auf und wir werden auch in Zukunft nicht aufgeben, denn #thisispfyn

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