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Senioren: Zurück an die Senioren-Spitze

Jan Keller
vor 6 Stunden
3 Min. Lesezeit

Senioren 30+, FC Münsterlingen -  FC Pfyn, 1:4 (0:2)


Das Spiel gegen die Senioren des FC Münsterlingen vom vergangenen Freitag bedeutete (leider) gleichzeitig den Abschluss der Vorrunde der Saison 2026/27. Leider deshalb, weil das Achtelfinalspiel auswärts gegen den FC Winkeln verloren ging. Ein allfälliger Viertelfinal wäre erst Ende Oktober ausgetragen worden. Lange Zeit hatte es gut ausgesehen: Herzog brachte die Pfyner früh in Führung, und Conte glich nach zwischenzeitlichem Rückstand kurz vor der Pause wieder aus. In der 60. Minute parierte Silva einen Abschluss auf der Torlinie – leider als Feldspieler und nicht als Torhüter. Die Konsequenz: Ampelkarte! Den fälligen Elfmeter konnte Vidale zwar parieren, doch in den letzten zehn Spielminuten mussten die Pfyner ihrer Unterzahl Tribut zollen und kassierten noch zwei Tore. Damit war die 2:4-Niederlage besiegelt. Coach Stalder hatte zwar andere Ziele ausgerufen, dennoch sicherten sich die Pfyner erneut einen beachtlichen Platz unter den 16 besten Seniorenteams des Cups. Dass in der Schlussphase etwas die Luft fehlte, dürfte auch mit dem straffen Programm zusammengehangen haben. Bereits drei Tage zuvor stand gegen den FC Waldkirch-Bischofszell das Duell mit einem Tabellennachbarn an. Über diese Partie ist leider nicht viel mehr überliefert, als dass S. Gerber sein Comeback zwischen den Pfosten gab und die gegnerischen Stürmer wohl mit der einen oder anderen Blessur nach Hause geschickt wurden. Am Ende resultierte ein ungefährdeter 3:1-Erfolg. Zusammen mit der Forfaitwertung des Spiels gegen den FC Tägerwilen öffnete dieser Sieg die Tür zur Qualifikation für die Meisterrunde im Frühling weit. Für das letzte Vorrundenspiel galt deshalb die Devise: «Gewinnen, aber nichts riskieren!» Denn nur zusätzliche Strafpunkte hätten den Verfolgern nochmals eine Chance auf die Qualifikation eröffnet.


Dass die Pfyner mit leicht angezogener Handbremse agierten, dabei aber dennoch die Kontrolle behalten wollten, zeigte sich früh. Bereits in der ersten Minute kamen die Münsterlinger zu einem Abschluss, den Vidale zur Ecke klärte. Die Pfyner liessen sich mit ihrer ersten Offensivaktion etwas mehr Zeit, ehe sie ihre Klasse aufblitzen liessen. Nach einem dreifachen (!!) Doppelpass zwischen Conte und Nandi war es Letzterer, der den Ball aus einem halben Meter über die Linie bugsierte – 0:1 in der 13. Minute. Nur fünf Minuten später setzte sich wiederum Conte auf seiner Seite durch und legte für Herzog auf, der zum 0:2 einschob. Dank der Pfyner Spielkontrolle geschah bis zur Pause auf beiden Seiten nicht mehr viel. Die Partie schien unter Kontrolle – doch ganz so gemütlich sollte es nicht bleiben.


Beinahe hätte sich die Zurückhaltung nämlich gerächt: Gleich nach Wiederanpfiff trafen die Münsterlinger mit einem Nachschuss den Querbalken. Der folgende Gegenangriff wurde von den Pfynern energisch vorgetragen und schliesslich durch Negro abgeschlossen. Er kämpfte sich, wie schon mehrfach in dieser Saison, wuchtig durch und stellte in der 43. Minute auf 0:3. Die Moral der Gastgeber war nun sichtlich angeknackst, was den Pfynern weitere Möglichkeiten eröffnete. S. Gerber und Michel scheiterten nach Sololäufen, D. Wettach traf den Netzhimmel, und auch Navarro hätte man sein Premierentor gegönnt. Sein Treffer wurde allerdings wegen einer Abseitsposition aberkannt. Ansonsten lief an diesem Abend fast alles für die Pfyner. In der 76. Minute traf Münsterlingen zwar nochmals die Latte, doch Conte sorgte kurz darauf für den nächsten Pfyner Höhepunkt. Kaum wieder eingewechselt, verwertete er eine Vorlage von Stalder in der 79. Minute zum 0:4. Einziger Wermutstropfen: Nach einem haarsträubenden Fehlpass gelang dem Heimteam mit dem Schlusspfiff doch noch der Ehrentreffer.


Mit dem letztlich ungefährdeten Sieg und ohne weitere Strafpunkte festigten die Pfyner Senioren ihren zweiten Tabellenrang. Damit kehren sie nach zweijähriger Abstinenz in die Meisterplayoffs im Frühling zurück. Auch im Meisterschaftsbetrieb gehören sie damit zu den 16 besten Seniorenteams des OFV.


Die Vorrunde brachte auch neben dem Platz einige Veränderungen mit sich. Michael Höppner hat seinen Posten als Cheftrainer an die nachfolgende Generation weitergereicht. Den Senioren bleibt er erfreulicherweise sowohl im Trainingsbetrieb als auch als wertvolle Unterstützung an der Seitenlinie erhalten. Vielen Dank für deinen langjährigen Einsatz!!


Auch der Kader ist merklich angewachsen. Coach Stalder sah sich zeitweise gar gezwungen, Spieler mit unzureichender Trainingspräsenz nicht für das Aufgebot zu berücksichtigen. Nicht selten fanden sich 20 oder mehr Spieler im Training ein – für die Senioren gleich in zweifacher Hinsicht ein Novum. Keine einfache Aufgabe für den Coach, der bei der Aufstellung und den Aufgeboten zunehmend gefordert ist. Spielpraxis war dennoch zu holen, die Aktivteams hatten teilweise mit dünner Personaldecke zu kämpfen. Nun verabschieden sich die Pfyner Senioren mit einem grossen Dankeschön an die zahlreichen Zuschauer und Unterstützer in die Winterpause. Der zweite Tabellenrang ist gesichert, die Meisterplayoffs sind erreicht und die Vorfreude auf die Frühlingsrunde bereits gross. Die Senioren-Spitze ist wieder in Reichweite – welche Ziele wird Coach Stalder im Frühling wohl ausrufen?


19.10.2026 / Roman Gerber

 
 
 

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