Senioren: Den Champions League Halbfinal in den Schatten gestellt…
- Jan Keller
- vor 18 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Senioren 30+, FC Bazenheid-Kirchberg Grp. - FC Pfyn, 4:5
Viel wurde in den vergangenen Tagen über das Champions-League-Halbfinal zwischen Paris Saint-Germain und FC Bayern München berichtet und darüber diskutiert, welche Visitenkarte dieses Spiel für den Fussball sein würde. Doch an diesem kalten und windigen Mittwochabend richteten wahre Fussballkenner ihren Blick nicht nach München, sondern auf die Sonnmatt in Kirchberg, wo die Senioren des FC Pfyn beim FC Bazenheid Kirchberg gastierten. Das eigentliche Spektakel fand nämlich nicht im Fernsehen, sondern auf dem Platz statt.
Von Beginn weg entwickelte sich eine intensive Partie ohne langes Abtasten. Pfyn übernahm nach dem Anspiel sofort die Initiative und suchte den Weg nach vorne. Bereits nach fünf Minuten kam R. Wettach zum ersten Abschluss, dieser wurde jedoch geblockt. Auch das Heimteam zeigte sich offensivfreudig und versuchte immer wieder, mit langen Bällen hinter die Abwehr zu gelangen. Nach einem Ballverlust der Pfyner im Mittelfeld führte genau ein solcher Angriff in der 7. Minute zum frühen Führungstreffer für Kirchberg.
Die Pfyner Senioren liessen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Müller lenkte das Spiel geschickt über die Flügel und zwang die Gastgeber dadurch immer wieder zu aufwendiger Defensivarbeit. Vor allem Rollo wurde mehrfach stark in Szene gesetzt. Seine Hereingaben fanden zunächst jedoch keinen Abnehmer und seine Abschlüsse verfehlten das Ziel knapp.
In der 18. Minute wurde der Aufwand der Gäste schliesslich belohnt. Erneut sorgte eine Hereingabe von Rollo für Gefahr im Strafraum, Oesch reagierte am schnellsten, eroberte den Ball und schob zum verdienten Ausgleich ein.
In der Folge waren die Pfyner klar spielbestimmend und erspielten sich mehrere gute Möglichkeiten. Kirchberg blieb allerdings mit Kontern und langen Bällen stets gefährlich. Mit vereinten Kräften konnte ein weiterer Gegentreffer zunächst verhindert werden. In der 34. Minute kamen die Gastgeber jedoch zu einem Eckball. Die Hereingabe konnte vorerst geklärt werden, doch der Nachschuss aus rund 18 Metern setzte kurz vor Vidale auf und liess dem Pfyner Schlussmann keine Chance – 2:1 für Kirchberg.
Bis zur Pause drückte Pfyn nochmals auf den Ausgleich, am Resultat änderte sich jedoch nichts mehr.
Auch nach dem Seitenwechsel erwischte das Heimteam den besseren Start. In der 41. Minute entwischte ein Kirchberger Stürmer aus abseitsverdächtiger Position – der VAR war bereits in München beschäftigt – und erhöhte auf 3:1. Nur eine Minute später rettete R. Gerber auf der Linie und bewahrte sein Team vor einem weiteren Gegentreffer.
Die Pfyner gaben sich weiterhin nicht auf. Zehn Minuten später bot sich die grosse Chance zum Anschlusstreffer, doch gleich drei Abschlüsse hintereinander wurden vom Heimteam in höchster Not abgewehrt.
Als Kirchberg in der 56. Minute mit einem sehenswerten und unhaltbaren Weitschuss in den Winkel auf 4:1 erhöhte, schien die Partie endgültig entschieden zu sein. Doch die Schlussphase hatte es in sich: Die letzten zehn Minuten entwickelten sich zu einem Fussballkrimi auf Champions-League-Niveau.
In der 70. Minute setzte sich Oesch stark im Strafraum durch und legte für Michel auf, der zum 4:2 verkürzte. Nur zwei Minuten später führte ein Angriff über die rechte Seite erneut zum Erfolg: Michel brachte den Ball präzise auf den zweiten Pfosten, wo Rollo goldrichtig stand und auf 4:3 verkürzte.
Durch die offensive Ausrichtung der Pfyner entstanden nun zwar grössere Räume für das Heimteam, doch die Defensive stemmte sich mit heroischem Einsatz gegen weitere Gegentreffer und liess die Kirchberger zunehmend verzweifeln.
Für die wohl kurioseste Szene des Spiels sorgte wenig später der Heimtorwart. Nach einem Pfyner Abschlussversuch glaubte dieser, einen Pfiff des Schiedsrichters gehört zu haben, und legte sich den Ball bereits für den Abschlag bereit. Beerli schaltete jedoch am schnellsten, nutzte seine Erfahrung aus hunderten Pflichtspielen und hämmerte den Ball eiskalt zum 4:4-Ausgleich ins Netz (79. Minute).
Doch damit war dieses unglaubliche Spiel noch nicht beendet. Kurz vor Schluss kam Pfyn noch einmal zu einem letzten Angriff. Ein weiter Ball erreichte Niethammer, der sich gegen mehrere Gegenspieler behauptete und im richtigen Moment auf den heranstürmenden Rollo durchsteckte. Dieser zögerte nicht lange und versenkte den Ball mit einem satten Schuss in die rechte untere Ecke – 4:5 für Pfyn und der dramatische Höhe– und Schlusspunkt eines denkwürdigen Abends. Der Schiedsrichter beendete mit dem Tor die Partie.
Die Pfyner Senioren bewiesen eindrücklich Moral und verwandelten einen Drei-Tore-Rückstand innerhalb von zehn Minuten noch in einen Sieg – Chapeau!
Mit seinem dritten Treffer im vierten Spiel setzte sich Michel an die Spitze der internen Torschützenliste. Oesch feierte doppelte Premiere: erstes Tor und erste gelbe Karte. Niethammer glänzte erneut mit lediglich zwei Ballkontakten – wobei diesmal der zweite entscheidend zum glücklichen Ausgang beitrug. Nicht zu vergessen «Notnagel» und Teamsenior Gantenbein, der bei seinem zehnminütigen Kurzeinsatz eine bemerkenswerte +4-Bilanz verbuchte.
Auch wenn nicht jeder namentlich erwähnt wurde, trug an diesem Abend jeder einzelne Spieler mit grossem Einsatz, Wille und Teamgeist zu diesem grandiosen Sieg bei.
07.05.2026 / Roman Gerber



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